ACT für Frauen - die Lösung gegen Inkontinenz

Jede vierte Frau ist im Laufe ihres Lebens von Harn-Inkontinenz betroffen.
Mit einer in Österreich entwickelten und mittlerweile weltweit angewandten Operationsmethode kann vielen Patientinnen geholfen werden:
Zwei Silikonballons, an der richtigen Stelle implantiert, machen die Blase wieder dicht.

Silikon für die Blase

Grafik Silikon für die BlaseDie Ursache für Inkontinenz bei Frauen ist vielfältig. Der Harnverlust wird meist verschämt verschwiegen, gesellschaftliche Kontakte müssen reduziert oder gänzlich eingestellt werden. Nur ein Drittel der Betroffenen sucht Hilfe beim Arzt. Für viele (ca. 85%) der Patientinnen kommt entweder eine konservative Behandlung (Beckenbodentraining, Elektrostimulation) in Frage oder eine der operativen Standardmethoden (TVT, TVTO). Für die verbleibenden (ca. 15%) "Problemfälle" gab es bis 1999 kaum Abhilfe. Seitdem kann durch eine unkomplizierte, mittlerweile in hunderten Fällen auch international erprobte Operation, bei der zwei Silikonballons implantiert werden, den meisten Frauen wieder zu einem normalen beschwerdefreien Leben verholfen werden.

Die Operation

Erstmalig in Österreich durchgeführt wurde dieser minimal invasive Eingriff von Oberarzt Dr. Johann Wachter an der urologischen Abteilung des Donauspitals (SMZ-Ost).

Grafik Operationswerkzeug ACT"Der Fachausdruck für den nur 15 - 20 min. dauernden Eingriff (jegliche Narkoseform möglich) lautet Adjustable Continence Therapy oder kurz ACT. Die Patientin wird kaum belastet".

Nachdem zwei 1cm lange Hautschnitte erfolgt sind, werden mit Hilfe eines Spezialbestecks zwei aufblasbare Silikonballons implantiert. Das Volumen dieser Ballons, die links und rechts der Harnröhre plaziert werden, kann variiert werden. Dazu dient ein unter der Haut liegendes Titanventil, das man nach der Operation mühelos ertasten und befüllen kann.

Ergebnis

Die Implantate werden vom Organismus gut angenommen. Sollte sich unmittelbar nach der Operation der gewünschte Erfolg nicht einstellen, können die Ballons schrittweise nachadjustiert werden (nach 3 - 6 Wochen). OA Dr. Wachter: "4 von 5 Patientinnen kann auf diese Weise geholfen werden."

Andere Methoden zeigten bisher nur eine deutlich geringere Erfolgsquote oder sind wesentlich aufwändiger. Darüber hinaus ist auch ein Kostenfaktor ins Treffen zu führen, der zugunsten dieser Operation spricht. Unbehandelte inkontinente Patientinnen benötigen oft zahlreiche Einlagen pro Tag, daher befreit die ACT-OP die Betroffenen nicht nur von ihrem Leidensdruck, sondern reduziert auch die große Menge an entsorungsbedürftigem Material.