Nach Prostata-OP noch Einlagen nötig

Otto B.: "Ein halbes Jahr nach einer Prostataoperation bin ich noch immer nass und muss Einlagen tragen. Andere Männer in meinem Bekanntenkreis haben nach einem derartigen Eingriff dieses Problem nicht. Was kann man da tun?"

Aus dem Brief geht leider nicht hervor, welcher Eingriff durchgeführt wurde. Bei gutartiger Vergrößerung der Prostata wird meistens eine Ausschälung über die Harnröhre vorgenommen. Danach gibt es nur selten unfreiwilligen Harnverlust.

Die Operation mit Bauchschnitt wegen gutartiger Vergrößerung des Organs hingegen hat manchmal eine leichte Belastungsinkontinenz zur Folge. Dabei werden aber höchstens einige Tropfen Harn verloren - das Tragen von Binden ist deshalb meistens nicht erforderlich.

Schwerer Harnverlust kann hingegen auftreten, wenn die ganze Prostata wegen Krebs entfernt wurde - häufiger bei Männern, die mehr als 70 Jahre alt sind. In allen Fällen gehört zuerst geklärt, welche Form des unfreiwilligen Harnverlustes (Inkontinenz) vorhanden ist. Manchmal kann mit Hilfe von Medikamenten bei überaktiver Blase recht gut geholfen werden.

Ist der Harnverlust stärker, so kann eine so genannte Unterfütterung wesentliche Verbesserung bringen. Gelingt es mit diesen Maßnahmen nicht, die Lage zu verbessern, sind Operationen nötig. Etwa die Einpflanzung eines künstlichen Schließmuskels oder der Einbau von Kontinenzballons, um zwei Beispiele zu nennen. Alle derartigen Eingriffe sind auch in höherem Alter risikoarm.

Prof. Dr. Christian P. Schmidbauer, Facharzt für Urologie aus Wien

Quelle: Krone Gesund - Ihr Magazin für praktische Lebenshilfe, Nr. 908 / Juli 2007

 

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