Pro-ACT für Männer - die Lösung gegen Inkontinenz
Jeder zehnte Mann ist im Laufe seines Lebens von Harn-Inkontinenz betroffen. Mit einer in Österreich entwickelten und mittlerweile weltweit angewandten Operationsmethode kann vielen Patienten geholfen werden: Zwei Silikonballons, an der richtigen Stelle implantiert, machen die Blase wieder dicht.
Silikon für die Blase
Die Ursache für Inkontinenz bei Männern ist häufig ein vorangegangenes Prostataleiden, in dessen Konsequenz die Prostata entfernt werden musste. Das "Tröpferl-Leiden" wird meist verschmät verschwiegen, gesellschaftliche Kontakte, vom Wirtshausbesuch bis zur Freizeitaktivität, müssen reduziert oder gänzlich eingestellt werden. Nur ein Drittel der Betroffenen sucht Hilfe beim Arzt. Durch eine unkomplizierte, mittlerweile in tausenden Fällen auch international erprobte Operation, be der eine "künstliche Prostata" (im Volksmund auch "Prostataprothese" genannt) implantiert wird, kann den meisten Betroffenen wieder zu einem normalen, beschwerdefreien Leben verholfen werden.
Die Operation
Entwickelt wurde die Methode 1999 von Prim. Univ-Doz. Dr. Wilhelm Hübner am Humanisklinikum in Korneuburg, wo sie seither, wie auch in vielen anderen Krankenhäusern in Österreich und ganz Europa, routinemäßig durchgeführt wird.
Der Fachausdruck für den nur 15 bis 20 Minuten dauernden Eingriff (jegliche Narkoseform möglich) lautet Adjustable Continence Therapy oder kurz Pro-ACT. Die Pro-ACT-Methode ist die mit Abstand am wenigsten belastende für den Patienten.
Nachdem ein zwei Zentimeter langer Hautschnitt erfolgt ist, werden mit Hilfe eines Spezialbestecks zwei aufblasbare Silikonballons eingepflanzt. Das Volumen dieser Ballons, die links und rechts der Harnröhre genau an der Stelle der entfernten Prostata platziert werden, ist variabel. Dazu dient ein unter der Haut liegendes Titanventil, das man nach der Operation mühelos ertasten und bedienen kann. Dadurch lässt sich für jeden Patienten die optimale Passgröße erreichen. Das Implantat wird vom Organismus gut angenommen. Ob eine Nachadjustierung notwendig ist, stellt sich innerhalb von 3 bis 4 Wochen heraus. Der Patient wird meist am Vormittag operiert und erhält über Nacht einen Katheter eingesetzt. Schon am nächsten Morgen wissen die Ärzte, ob der Behandelte wieder kontinent ist. Ist das nicht der Fall, kann die Korrektur Schritt für Schritt erfolgen.
Ergebnis
Univ.-Doz. Dr. W. A. Hübner: "Etwa vier von fünf Patienten werden auf diese Weise von ihrem Leid gänzlich befreit oder es kann ihr Zustand stark verbessert werden." Die Erhöhung ihrer Lebensqualität drückt sich bei den Pro-ACT-Operierten oft in unbeschreiblich ergreifender Dankbarkeit aus. Nicht selten hatten Patienten, die ihr Leiden für unheilbar hilten, einen Tag nach der Operation Tränen des Glücks in den Augen. Darüber hinaus ist auch ein Kostenfaktor ins Treffen zu führen, der zugunsten der wenig aufwändigen Operation spricht: "Unbehandelte inkontinente Patienten benötigen oft zahlreiche Einlagen pro Tag, daher befreit die Pro-ACT-OP den Betroffenen nicht nur von seinem Leidensdruck, sondern reduziert auch die große Menge an entsorgungsbedürftigem Material."

Prim. Univ.-Doz.